Wir streben an, mittels innovativer Forschungsmethoden einen Beitrag zum Fortschritt der Medizin in den Bereichen der klinischen Sepsisforschung und zur Aufklärung der molekularbiologischen Grundlagen des Organversagens zu leisten. In unserer Sichtweise kann bei diesem komplexen Krankheitsbild lediglich die sachgerechte Kombination hypothesenfreier mit hypothesengetriebenen Ansätzen zum Entwurf neuer Konzepte beitragen, welche langfristig auch in die klinische Entscheidungsfindung Eingang finden werden.
Unsere Aufgabe ist es, die Kernkompetenzen in der Ableitung klinischer Fragestellungen eng mit grundlagenorientierten Aspekten zu verknüpfen und auf hohem Niveau zum besseren Verständnis der molekularen Mechanismen der Wirtsantwort und des Organversagens sowie zur Entwicklung neuer Diagnose- und Monitorverfahren beizutragen.
Im Bereich der klinischen Forschung ist die Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie Initiator und Studienzentrum zahlreicher Multicenter - Studien sowie des Kompetenznetzwerkes Sepsis . An der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie ist die weltweit einzige Professur für klinische Sepsisforschung eingerichtet.
Im Forschungsschwerpunkt des Fachbereiches Experimentelle Anästhesie bringen wir Menschen zusammen, welche an einem Erkenntnisgewinn zur Pathogenese der systemischen Inflammationsreaktion sowie des Organversagens auf molekularer und biofunktioneller Ebene interessiert sind. Das derzeitige Verständnis der komplexen Veränderungen, welche den Verlauf einer Entzündungsreaktion und letztendlich die Auswirkung auf ein Infektort - fernes Endorgan - beispielsweise Leber oder Niere - beeinflussen, ist unzulänglich.
Zum besseren Verständnis dieser pathophysiologischen Mechanismen werden das Transkriptmuster zirkulierender Leukozyten und einzelner Organe, infektionsbedingte Veränderungen der Thrombozytenaktivierung und der Hämostase sowie Veränderungen auf Ebene der hepatischen Mikrozirkulation untersucht. Das Arbeitsgebiet wird von der molekularen Ebene über den Beitrag komplexer Systeme wie dem Komplement- und Gerinnungssystem, über die Biochemie der Signaltransduktion bis hin zu tierexperimentellen und human-(patho-) physiologischen Studien bearbeitet. Ein wesentliches Merkmal unserer Forschungsansätze ist die Nähe zur klinischen Anwendbarkeit und ein translationaler Forschungsansatz durch eine Kombination von Hightech - Grundlagenforschung mit klinischen Studien an Proben von erkrankten Patienten. Viele neue Ansätze werden dabei durch systembiologische Betrachtungen der Transkription in in - vivo Modellen generiert. Die Arbeitsgruppe bietet dabei ein extrem breites Spektrum an modernen immunologischen und pathophysiologischen Untersuchungsverfahren.
Septomics etabliert eine neuartige Struktur der Sepsisforschung. Bisher wurde Sepsisforschung zu Teilaspekten und in getrennten Disziplinen betrieben. Um ein holistisches Verständnis der Sepsis zu entwickeln, bringt Septomics die Disziplinen Molekularbiologie, Mikrobiologie, Infektiologie, Genomanalyse, Bioinformatik, Labormedizin und Intensivmedizin zusammen, entwickelt eine gemeinsame umfassende Forschungsstrategie und stellt für die Forschergruppen des Zentrums ein neues Forschungsgebäude zur Verfügung. Hier werden die bisher getrennten Bereiche Erreger- und Wirtsantwortsforschung komplementär bearbeitet und mit klinischer Forschung und einer leistungsfähigen Bioinformatik verknüpft. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind die Nutzungsmöglichkeit einmaliger Biobanken mit Blut- und Serumproben von Sepsispatienten und die enge Anbindung der Grundlagenforschung an die Klinik.
Laufende Forschungsvorhaben und unsere Kernkompetenzen sind unter Projekte zusammengestellt.
Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und insbesondere die Förderung junger Wissenschaftlerinnen dar. Sie dürfen von uns erwarten: Anleitung zu vernetztem, translationalem Denken und dass wir nicht aus der Vogelperspektive vorschnelle Entscheidungen treffen, sondern tagtäglich in flachen Hierarchien zum einen Hilfestellung bei Experimenten und Dateninterpretation, zum anderen aber auch langfristig bei der Entwicklung einer Karriereperspektive leisten. Lesen Sie nach unter Nachwuchsförderung/Promotion .
Die wissenschaftlichen Studien erfolgen in enger Zusammenarbeit teilweise als Verbundprojekte mit zahlreichen universitären und industriellen Kooperationspartnern. Unsere etablierten Modelle stehen dabei auch insbesondere kooperierenden Arbeitsgruppen aus dem CSCC zur Verfügung.
Wir bieten Lehrveranstaltungen zu Arbeitsmethoden in der klinischen Forschung und zu Mechanismen des Organversagens als Wahlpflichtfach an. Außerdem engagieren wir uns mit Lehrveranstaltungen, Praktika oder Promotionsvorhaben im Studiengang Molekulare Medizin (JSMM) und in den Graduiertenschulen Jena School for Microbial Communication (JSMC) und der International Leibniz Research School for Microbial and Molecular Interactions (ILRS) .
Die Abteilung verfügt über eine Reihe an Drittmitteln und wird derzeit durch DFG, BMBF, EU und aus Mitteln der Landes-ProExzellenzinitiative (Thüringen) mit den folgenden Projekten gefördert:
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