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AG Sepsisforschung

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Markus Gräler ist der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin (KAI) zugeordnet und im Zentrum für Molekulare Biomedizin (CMB) am Beutenberg - Campus untergebracht. Die enge interfakultative und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen im CMB sowie die Vernetzung mit diversen außeruniversitären Instituten am Beutenberg - Campus bieten ideale Voraussetzungen, um eines der größten Probleme in der Intensivmedizin zu erforschen: Die Sepsis .
Die Sepsis ist eine lebensbedrohliche systemische Infektion mit vielen Ursachen und Facetten. Die Heterogenität des Krankheitsbildes erschwert nicht nur eine zeitnahe Diagnose, sondern auch die Entwicklung wirksamer Medikamente. Neue Ansätze bei der Bekämpfung dieser Erkrankung sind daher dringend notwendig. Die Kernkompetenz von Prof. Gräler ist die Signaltransduktion von Lipiden, insbesondere des Sphingolipidmetabolits Sphingosin-1-phosphat (S1P) (Abb. 1).

Abbildung 1: Sphingosin-1-phosphat (S1P)
Abbildung 1: Sphingosin-1-phosphat (S1P)

S1P wird aus dem Ceramidstoffwechsel heraus gebildet und ist im Gegensatz zu den meisten anderen Lipiden in der Lage, fünf sogenannte S1P - Rezeptoren zu aktivieren. Diese Rezeptoren sind auf der Oberfläche verschiedener Zellen exprimiert und dienen der interzellulären Kommunikation. Daher können bereits geringe Mengen von S1P über die Signalweiterleitung durch S1P - Rezeptoren deutliche zelluläre Effekte auslösen, die auch als Zellantwort bezeichnet werden.
Obwohl bislang nur sehr wenig über die Rolle von S1P in der Sepsis bekannt ist, spielen S1P - induzierte zelluläre Effekte eine große Rolle bei physiologischen Prozessen, von denen wir wissen, dass sie auch in der Sepsis eine bedeutende Rolle spielen wie beispielsweise die Regulation der Lymphozytenzirkulation und -verteilung, die Integrität des vaskulären Systems, die Zytokinausschüttung, die Antigenpräsentation und die Immunzelldifferenzierung.
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) Sepsis und Sepsisfolgen (Center for Sepsis Control and Care, CSCC ) beleuchten wir daher die Rolle von S1P bei der Entstehung und im Verlauf einer Sepsis mit dem Ziel, neue Strategien der Diagnose und Behandlung dieser fatalen systemischen Infektionskrankheit zu entwickeln.